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Segula: 2000 Arbeitsplätze für Rüsselsheim

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Opel-Ingenieure können nun wählen, ob sie zu Segula gehen oder Abfindungen nehmen. Ihre Wechselbereitschaft gilt als gering. Segula sieht seine großen Pläne für Rüsselsheim aber nicht gefährdet.

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RÜSSELSHEIM – Opel und Segula haben vereinbart, dass der französische Entwicklungsdienstleister einen Teil des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums mit rund 2000 Beschäftigen übernehmen soll. Nachdem Opel-Betriebsrat und Management ihren Streit um das Entwicklungszentrum beigelegt haben, können die Beschäftigten der Ideenschmiede nun wählen, ob sie zu Segula wechseln oder Abfindungs- beziehungsweise Vorruhestands- und Altersteilzeitangebote von Opel annehmen. Die Wechselbereitschaft der Opel-Ingenieure gilt intern als vergleichsweise gering.Kann die neue Wahlmöglichkeit das Vorhaben von Segula, vom geplanten Groß-Standort Rüsselsheim aus den deutschen Markt zu erobern, gefährden? Martin Lange, der Deutschland-Chef des Entwicklungsdienstleisters, antwortet darauf mit einem klaren Nein.

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„Wir glauben, dass wir gute Angebote unterbreiten können. Und warum nicht gemeinsam die Zukunft gestalten als einfach eine Abfindung annehmen?“, betonte Lange im Gespräch mit dieser Zeitung. Man habe bereits einige Info-Veranstaltungen durchgeführt und auch schon mit Beschäftigten gesprochen. „Die Resonanz, die wir bekommen haben, war interessiert und positiv und keineswegs so ablehnend, wie wir das noch vor Kurzem auf Plakaten lesen konnten“, so Lange. Es gebe bereits erste Führungskräfte von Opel, die bei Segula einen Vertrag unterschrieben hätten. Seinen Angaben zufolge sind weitere Info-Veranstaltungen geplant. „Ich hoffe, dass dann Widerstände und Grundbedenken endgültig ausgeräumt werden können.“

Gegen Ende des zweiten Quartals soll es losgehen

Der Deutschland-Chef bleibt trotz der neuen Wahlmöglichkeit für die Opel-Ingenieure bei seinen Planungen, in Rüsselsheim eine Firmenzentrale und einen Engineering-Campus mit rund 2000 Mitarbeiter aufzubauen. Er rechnet damit, dass „gegen Ende des zweiten Quartals“ vertraglich mit Opel alles unter Dach und Fach und der Weg für die Wechselwilligen frei ist. „Wir brauchen in Rüsselsheim eine gewisse Größe, um im Markt sichtbar zu sein und die vorhandene Infrastruktur entsprechend auslasten zu können.“

Wie viele Opelaner Segula am Ende verpflichten kann, sei momentan schwer abzuschätzen, sagte der Manager. Er geht aber davon aus, dass genügend Mitarbeiter des Entwicklungszentrums den Weg zum französischen Unternehmen suchen. „Wir befinden uns derzeit in intensiven Gesprächen mit Opel, damit Mitarbeiter zu uns kommen, die über Kompetenzen verfügen, die wir brauchen“. Parallel ist der Dienstleister dabei, am allgemeinen Arbeitsmarkt Beschäftigte für die künftige Rüsselsheimer Zentrale zu rekrutieren. „Das läuft sehr gut; wir haben bereits 40 Mitarbeiter gewinnen können“, sagte Segula-Personalchef Udo Bekker.

Marktanteil soll bis 2023 auf mindestens sieben Prozent steigen

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Die Opel-Arbeitnehmervertreter lehnen den Teilverkauf des Entwicklungszentrums an Segula bislang entschieden ab, weil sie das Geschäftsmodell als nicht tragfähig genug erachten. Der Dienstleister hat im deutschen Markt bislang nach eigenen Angaben nur einen geringen Marktanteil. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Lange widerspricht der Arbeitnehmervertretung entschieden: „Wir wissen, welches Marktpotenzial vorhanden ist und dass wir uns weltweit in diesem Markt gut entwickeln.“ Für den deutschen Engineering-Markt im Automobilsektor wird seinen Worten zufolge ein Wachstum von derzeit vier Milliarden „in Richtung sechs Milliarden Euro“ prognostiziert. „Die Hersteller vergeben mehr und mehr konventionelle Entwicklungsthemen an Dienstleister“, so Lange.

Die Segula-Gesellschafter seien an einem langfristigen und nachhaltigen Engagement in Rüsselsheim „sehr interessiert“. Nach einigen Jahren Aufbauarbeit soll der Marktanteil des Unternehmens am deutschen Engineering-Markt 2023 bei „mindestens sieben Prozent“ liegen. „Konservativ gerechnet“, betonte Lange. Man habe bereits erste Aufträge an Land ziehen könne, „das Interesse der Kunden ist sehr groß.“

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