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Nach Attentat in Christchurch – Trump sieht weiße Nationalisten nicht als wachsendes Problem

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Bei einem Attentat in zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland sind mindestens 49 Menschen getötet worden, 48 weitere sind schwer verletzt. Die News im Ticker.

  • Im neuseeländischen Christchurch ist am Freitag ein Attentat in zwei Moscheen verübt worden.
  • Video: Mindestens 49 Menschen sind dabei getötet worden, 48 weitere erlitten Schussverletzungen
  • Drei Täter wurden festgenommen. Einer von ihnen streamte offenbar die Tat im Internet
  • Die neuseeländische Regierung geht von einem Terrorakt aus, die Tat selbst sei „gut vorbereitet gewesen“.
  • Der australische Regierungschef Scott Morrison spricht von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen", der angeblich die australische Staatsbürgerschaft besitzt.

22.37 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht auch nach dem Anschlag in Neuseeland keine wachsende Gefährdung durch einen rassistisch inspirierten weißen Nationalismus. "Ich denke, das ist eine kleine Gruppe Menschen", sagte er am Freitag in Washington mit Blick auf die Extremisten. Auf die Frage, ob weißer Nationalismus ein wachsendes Problem auf der Welt sei, antwortete er, er glaube das "wirklich nicht".

Der Moschee-Attentäter von Christchurch hatte vor seiner Bluttat ein langes Manifest im Internet veröffentlicht. Darin behauptet er, dass weiße Menschen gezielt durch andere Menschen ersetzt werden sollten. Für Trump hatte er ausdrücklich Lob übrig: Dieser sei "das Symbol einer erneuerten weißen Identität". Trump sagte in Washington, dass er das Manifest "nicht gesehen" habe.

Der aus Australien Attentäter hatte am Freitag in zwei Moscheen in Christchurch das Feuer eröffnet. 49 Menschen wurden getötet. Der australische Regierungschef Scott Morrison bezeichnete den Angreifer als einen "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen".

US-Präsident Trump sah sich in der Vergangenheit dem Vorwurf ausgesetzt, rechtsextremistische Gewalt zu verharmlosen. Im Sommer 2017 sorgte sein Umgang mit einer gewalttätigen Kundgebung von Rechtsextremisten in der US-Stadt Charlottesville für empörte Reaktionen. Trump sagte damals, unter den Teilnehmern des Aufmarsches seien "sehr feine Leute" gewesen.

Christchurch: Augenzeugen berichten von Attentat: „Er hat geschossen, bis sie tot waren“

19.28 Uhr: Bulgarien ermittelt, ob der Attentäter von Neuseeland Kontakte in dem Balkanland gehabt hat, da auf seinen Waffen Namen von Kämpfern gegen die Osmanen eingraviert seien. Der Attentäter von Christchurch habe im November 2018 Bulgarien als Tourist besucht und sich an historischen Orten aufgehalten, sagte Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow am Freitagabend nach einem Treffen von Regierungsvertretern mit den bulgarischen Geheimdiensten.

Der Attentäter sei anschließend nach Rumänien und Ungarn weitergereist. Er habe nach den bulgarischen Erkenntnissen 2016 auch andere Balkanländer wie etwa Serbien besucht. Bulgarien prüfe nun, was für Kontakte der Mann in Bulgarien gehabt habe.

In einem im Internet kursierenden Video über die Bluttat in Christchurch sind mit Namen und Symbolen beschriebene Waffen des mutmaßlichen Täters zu sehen. Einige Beschriftungen verweisen auf die Belagerung Wiens durch die Türken 1683, die Schlachten im Russisch-Osmanischen Krieg 1877-78 am Schipkapass im bulgarischen Balkangebirge und den Kampf des albanischen Fürsten Skanderbeg (1405-1468) gegen die Osmanen.

18.32 Uhr: Die Überlebenden berichten über grausame Szenen in den beiden Moscheen, wo sich Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. "Gleich hinter der Eingangstüre saßen ein paar ältere Leute und beteten. Er hat einfach das Feuer auf sie eröffnet", sagt der Moscheebesucher Syed Mazharuddin dem "New Zealand Herald". "Eine Frau hat geschrien. Er hat ihr direkt ins Gesicht geschossen."

Auch Anwar Alanseh hat das Attentat überlebt, er sperrte sich im Badezimmer ein. Was er berichtet, ist herzzerreißend: Menschen hätten den Täter angefleht, ihr Leben zu schonen – vergeblich. "Er hat geschossen, bis sie tot waren." Der Schütze habe antimuslimische Beschimpfungen losgelassen und gerufen: "Heute bringen wir euch um", berichtet Alanseh dem Internetportal stuff.co.nz. In Panik sprangen manche Moscheebesucher aus dem Fenster, andere lagen auf dem blutverschmierten Boden und stellten sich tot.

Solche Szenen waren während der Tat live im Internet zu sehen: Der rechtsextremistische Täter trug eine kleine Kamera bei sich und dokumentierte damit in Echtzeit sein Verbrechen. Die Polizei rief alle Internetnutzer auf, das Video nicht weiterzuverbreiten. Die Aufnahmen wurden von den Websites entfernt.

Während der Attentäter seine Wahnsinnstat verübt, macht ein Bus vor der Moschee halt. Drinnen sitzen die Mitglieder des Kricket-Teams von Bangladesch, die während ihres Neuseeland-Besuchs zum Freitagsgebet wollten. Seine Spieler hätten gesehen, wie "blutende Menschen aus der Moschee kamen", berichtete Manager Khaled Mashud.

"Es war wie in einem Video, wie in einem Film", sagt Mashud. "Wenn wir nur drei oder vier Minuten früher da gewesen wären, dann wäre uns Schlimmes passiert."

Attentat in Christchurch: Italiens Innenminister Salvini weist Schuldvorwürfe zurück 

18.01 Uhr: Nach dem Angriff eines Rechtsextremisten auf zwei Moscheen in Neuseeland hat Italiens rechtsgerichteter Innenminister Matteo Salvini jegliche Schuldzuweisungen gegen ihn zurückgewiesen. Im Online-Dienst Twitter verurteilte Salvini am Freitag die Anschläge mit mindestens 49 Toten und Dutzenden Verletzten und brachte seine "Verachtung für die hassenswerten Mörder" zum Ausdruck. Zugleich sprach er von "Mitleid" gegenüber denjenigen, die sagen würden, "'es ist immer Salvinis Schuld'". 

Salvini ist die Führungsfigur der einwanderungsfeindlichen, rechtsradikalen Regierungspartei Lega in Italien. Er ist zugleich stellvertretender Ministerpräsident. Wegen seines harten Kurses in der Einwanderungspolitik wird ihm immer wieder vorgeworfen, Hass gegen Ausländer und vor allem muslimische Einwanderer zu schüren. 

Der 28-jährige Angreifer von Christchurch in Australien hatte ein rechtsextremes Manifest im Internet veröffentlicht. Die Behörden beschreiben ihn als einen rechtsextremen "Terroristen", der die Tat akribisch vorbereitet hatte. Auf Waffen, deren Bilder er im Internet veröffentlichte, waren Namen genannt, darunter der des Italieners Luca Traini. Der Rechtsextremist hatte 2018 im italienischen Macerata aus rassistischen Motiven auf Einwanderer geschossen. Sechs Menschen wurden dabei verletzt.

Neuseeland: Türkischer Außeminister gibt EU Teilschuld am Anschlag von Christchurch 

15.57 Uhr: Nach dem türkischen Präsidenten Erdogan (siehe 11.27 Uhr) hat auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu der EU für die blutigen Angriffe auf Moscheen in Neuseeland eine Teilschuld zugewiesen. Am Randes eines Treffens mit EU-Vertretern in Brüssel sagte er am Freitag, „für diesen Terroranschlag“ seien nicht nur die Täter selbst verantwortlich, sondern auch „verantwortungslose Politiker, die Fremdenfeindlichkeit, islamophobe Neigungen und hasserfüllte Rhetorik gegen Muslime“ schürten. Cavusoglu wandte sich vor allem an die EU und die europäischen Länder und mahnte, dass „Angriffe auf Muslime und unsere Religion sowie hasserfüllte Sprache“ nicht unter die Meinungsfreiheit fallen dürften.

„In den letzten Jahren haben wir leider oft gesehen, dass auf viele Angriffe auf Muslime und Angriffe auf unsere Religion und unseren Propheten die Erklärung folgte, „das ist Meinungsfreiheit““, sagte Cavusoglu. „Wenn sich diese Tendenz fortsetzt, werden wir solche Angriffe nicht verhindern können.“

Vertreter der EU und der Türkei hatten sich am Freitag zum ersten Mal seit rund vier Jahren wieder zu einem sogenannten Assoziationsrat getroffen. Nach dem Treffen konnte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini allerdings keine Annäherung in den zahlreichen Streitpunkten verkünden. „Von EU-Seite haben wir die großen Bedenken angesichts der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechtslage in der Türkei zum Ausdruck gebracht“, sagte sie bei einer Pressekonferenz. Cavusoglu wies die Vorwürfe zurück.

Neuseeland: Hauptverdächtiger wollte schwedisches Mädchen rächen – Mutter verurteilt Christchurch-Angriffe

14.12 Uhr: Der Hauptverdächtige der blutigen Moscheen-Angriffe in Christchurch hat in einem Internet-Manifest angegeben, er habe damit den Tod der elfjährigen Schwedin Ebba Akerlund bei einem islamistischen Anschlag vor knapp zwei Jahren rächen wollen. In einer ersten Reaktion verurteilte Ebbas Mutter am Freitag scharf den Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch. Die Tat widerspreche allem, für das ihre Tochter stand, sagte Jeannete Akerlund dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender STV.

Ebba sei den Menschen zugewandt gewesen, sagte ihre Mutter. "Sie strahlte Liebe aus, keinen Hass". Sie leide mit allen Familien, die von dem Anschlag betroffen seien, fügte Akerlund hinzu. "Ich verurteile jede Form von Gewalt".

Der Tod der Elfjährigen bei dem Anschlag am 7. April 2017 hatte die Menschen in Schweden erschüttert. Ebba wollte sich nach der Schule mit ihrer Mutter im Zentrum von Stockholm treffen, als ein Lastwagen in voller Fahrt durch eine Einkaufsstraße raste und sie und vier weitere Menschen tötete.

Der Täter, ein abgewiesener Asylsuchender aus Usbekistan, wurde im Juni 2018 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Kurz vor der Tat hatte er der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) Treue geschworen.

Neuseeland/Christchurch: Video des Terroranschlags soll aus dem Netz getilgt werden

13.57 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat davor gewarnt, das im Netz kursierende Video vom Anschlag im neuseeländischen Christchurch zu verbreiten. "Solche Videos sind durchaus dazu geeignet, andere Menschen zu solchen Taten zu animieren", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf laut Vorabmeldung vom Freitag. "Das Risiko, dass es Nachahmer geben könnte, ist dadurch höher."

Malchow warnte, niemand solle "Filmmaterial, das von solchen Attentaten im Netz kursiert, weiterverbreiten". Es enthalte Täterwissen, das für die Ermittlungsbehörden sehr wichtig sei. Dieses könne "Beschuldigten helfen, sich bezüglich verdächtigen Wissens mit Verweis auf Videos herauszureden". Für die Polizei sei es dann "viel schwerer, ihnen exklusives Täterwissen nachzuweisen, wenn wegen der Videos jeder über das Wissen verfügen kann".

Malchow sieht im Vorgehen, einen Anschlag live ins Internet zu stellen, eine neue Stufe. "Dass ein Attentäter eine Gewalttat live bei Facebook überträgt, ist ein offensichtlich neues Vorgehen", sagte er. "Terrorismus will Angst und Schrecken in der Gesellschaft erzeugen und verbreiten – mit sozialen Medien wie Facebook und Twitter geht das weltweit und unmittelbar." Er sehe momentan keine rechtliche Handhabe, wie Livestreams reguliert werden könnten.

Neuseeland: Terrorangriff auf Moscheen in Neuseeland: Trump spricht von „schrecklichem Massaker“

13.37 Uhr: Nach den Angriffen auf Moscheen mit Dutzenden Toten in Neuseeland hat sich US-Präsident Donald Trump bestürzt gezeigt. „Mein herzliches Beileid und meine besten Wünsche gehen an die Menschen in Neuseeland nach dem schrecklichen Massaker in den Moscheen“, schrieb Trump am Freitagmorgen (Ortszeit) auf Twitter. 49 unschuldige Menschen seien sinnlos gestorben und viele weitere schwer verletzt worden. Trump sicherte dem Land die Unterstützung seiner Regierung zu. Die USA stünden an der Seite Neuseelands, erklärte er.

13.20 Uhr: Ein Überlebender des Attentats von Christchurch hat einen ersten Augenzeugenbericht zu der Gräuel-Tat abgegeben. Der 54-jährige Noor Hamzah konnte aus der Al-Noor-Moschee fliehen, als die ersten Schüsse fielen, wie er dem New Zealand Herald Stunden nach der Tat erzählte. Mit anderen habe er sich auf dem Parkplatz des Gotteshauses hinter Autos versteckt.

Er habe das Gefühl gehabt, mindestens 15 Minuten lang habe die Attacke angedauert, berichtete der Moscheebesucher. Als bewaffnete Polizisten das Haus stürmten, habe er Getötete im Eingang liegen sehen. Durch die Fenster der Moschee erkannte Hamzah zudem nach eigenen Angaben „Haufen von Leichen“. „Es ist ein Desaster für Neuseeland, ein schwarzer Tag“, zitiert die Webseite den Augenzeugen.

Neuseeland: Bericht zum Terror-Akt von Christchurch – Täter hört in Video Kampflied

12.18 Uhr: Der Attentäter von Christchurch hat dem bosnischen Botschafter in Neuseeland zufolge auf dem Weg zum Tatort ein serbisch-nationalistisches Lied gehört. Während der Fahrt habe der Täter einen Song über den früheren Serbenführer Radovan Karadzic gehört, sagte der Botschafter Mirza Hajric dem Sender N1 TV. Das gehe aus einem Video der Tat hervor. Das nationalistische Kampflied „Karadzic, führe deine Serben“ kursiert im Internet seit einigen Jahren im Zusammenhang mit einem anti-muslimischen Meme. Als Memes werden Bilder und Videos bezeichnet, die im Internet vielfach verbreitet werden.

Karadzic gilt als einer der Kriegstreiber des Balkans in den 1990er-Jahren und als politisch Hauptschuldiger für den Völkermord von Srebrenica. Das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn 2016 zu 40 Jahren Haft verurteilt – derzeit läuft ein Berufungsprozess.

11.45 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Generalgouverneurin von Neuseeland, Dame Patricia Lee Reddy, zu den Anschlägen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sein Beileid ausgesprochen. Die Nachrichten von den vielen Opfern "erfüllen mich mit tiefer Trauer", schrieb Steinmeier am Freitag nach Angaben des Präsidialamts.

"Besonders verachtenswert ist, dass Menschen Opfer dieser feigen Anschläge wurden, die friedlich ihrem Glauben nachgingen", erklärte der Bundespräsident weiter. "Deutschland trauert mit Ihnen. Wir wünschen Ihrem Land die Kraft, sich in dieser schweren Stunde seine Offenheit und Zuversicht zu bewahren." Bei dem mutmaßlich rechtsextremen Anschlag wurden mindestens 49 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

49 Tote bei Attentat in Christchurch/Neuseeland: Erdogan macht dem Westen Vorwürfe

11.27 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland scharf verurteilt und dem Westen vorgeworfen, nichts gegen wachsende Islamfeindlichkeit zu unternehmen. "Mit diesem Anschlag hat die Islamfeindlichkeit, die die Welt untätig zugelassen und sogar gefördert hat, die Grenzen der individuellen Schikane überschritten, um die Ebene des Massenmords zu erreichen", sagte Erdogan am Freitag.

Die Weltsicht des Mörders breite sich im Westen "wie ein Krebsgeschwür" aus, kritisierte der türkische Präsident bei einer Trauerfeier für eine frühere Ministerin. Wenn der Westen nicht rasch Maßnahmen ergreife, würden "weitere Katastrophen" folgen, warnte er. Er hatte zuvor auf Twitter geschrieben, der Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sei "ein neues Beispiel für die Zunahme des Rassismus und der Islamfeindlichkeit".

11.00 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Terror-Angriff mit Dutzenden Toten in Neuseeland haben die EU-Spitzen ihr Mitgefühl ausgedrückt und die Solidarität der Europäer versichert. „Unsere Gedanken in Europa sind mit den Opfern und ihren Familien“, schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag auf Twitter. „Der brutale Angriff wird die Toleranz und den Anstand, wofür Neuseeland berühmt ist, niemals schmälern.“ Premierministerin Jacinda Ardern könne auf die Solidarität der Europäer zählen.

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte seine Anteilnahme aus. „Die Europäische Union trauert heute mit euch und wir werden immer gegen jene an eurer Seite stehen, die auf abscheuliche Weise unsere Gesellschaften und unsere Art zu leben zerstören wollen.“ Der Anschlag auf unschuldige Menschen könne den Werten und der Kultur von Frieden und Einigkeit, die die EU und Neuseeland teilten, nicht mehr entgegenstehen. „Wir wünschen den Verletzten und ihren Familien Kraft und Tapferkeit.“

Attentat in Christchurch/Neuseeland: Täter machte Facebook-Video von Terror

10.11 Uhr: Einer der Täter von Christchurch ist offenbar identifizert. Laut einem Bericht des New Zealand Herold handelt es sich um 28-jährigen, in Australien geborenen Mann. Die Polizei bestätigte zugleich, dass das Attentat gefilmt und die Bilder in den sozialen Medien verbreitet wurden. Die Behörden versuchten, das Material aus dem Netz zu beseitigen, sagte Polizei-Vertreter Mike Bush.

Facebook bestätigte unterdessen, dass die Tat live auf der Seite gestreamt wurde. „Die neuseeländische Polizei hat uns auf ein Facebook-Video hingewiesen, kurz nachdem der Livestream begann und wir entfernten rasch sowohl die Facebook- und Instagram-Accounts des Täters“, sagte eine Unternehmenvertreterin dem Bericht zufolge.

Neuseeland/Christchurch: Merkel reagiert schockiert

09.56 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zum Terroranschlag in Neuseeland geäußert. „Tief erschüttert verfolge ich die Nachrichten aus #Christchurch. Ich trauere mit den Neuseeländern um ihre Mitbürger, die friedlich betend in ihren Moscheen überfallen + aus rassistischem Hass ermordet wurden“, zitierte Regierungssprecher Steffen Seibert Merkel. „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror“, erklärte die Kanzlerin ihm zufolge.

09.42 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Terror-Angriff auf zwei Moscheen mit 49 Toten in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind vier Menschen festgenommen worden. Das sagte der zuständige Polizeichef Mike Bush am Freitag in der Hauptstadt Wellington. Wobei einer davon vermutlich nicht mit dem Angriff in Verbindung stehe. Einem anderen Verdächtigen, der Ende 20 sei, werde Mord vorgeworfen. Er soll bereits an diesem Samstag einem Richter vorgeführt werden. Bei den übrigen zwei Verdächtigen müsse noch genau geklärt werden, was sie mit dem Vorfall zu tun hätten. Sie seien im Besitz von Schusswaffen gewesen.

Neuseeland/Christchurch: AKK verurteilt Terror-Angriff

09.31 Uhr: Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Angriff auf Moscheen in Neuseeland mit mindestens 49 Toten scharf verurteilt. Egal, gegen wen sich Hass, Gewalt und Terror richteten, „am Ende sterben Menschen, verlieren Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Dafür kann es keine Erklärung und darf es nie Entschuldigung geben“, schrieb Kramp-Karrenbauer am Freitag auf Twitter. „Im Gedenken an Opfer in #christchurch nie einen Zweifel daran aufkommen lassen“, ergänzte sie.

09.16 Uhr: Die Opferzahl bei dem mutmaßlichen Terror-Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch ist nach oben korrigiert worden. Nach aktuellen Erkenntnissen sind am Freitag mindestens 49 Menschen getötet worden. Dies teilte die Polizei mit. Zudem werden nach Angaben der Gesundheitsbehörden noch 48 Menschen mit Schusswunden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. 

Nach jüngsten Angaben der Polizei wurden drei Verdächtige festgenommen. Zunächst hatten die Ermittler von vier Festnahmen gesprochen.

Attentat in Neuseeland: Heiko Maas spricht in Video von „brutalem Verbrechen“

08.16 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die bewaffneten Angriffe auf zwei Moscheen in Neuseeland als "brutales Verbrechen" verurteilt. "Wir sind tief erschüttert von dem brutalen Verbrechen in Christchurch", schrieb Maas am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "In diesen schweren Stunden stehen wir fest an der Seite unserer neuseeländischen Freunde." Maas sprach den Familien und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Angriffe aufs Schärfste. Der "Terroranschlag" habe sich gegen betende Gläubige gerichtet. "Ich verfluche diejenigen, die ihn begangen haben", erklärte Erdogan.

07.43 Uhr: Bei einer Pressekonferenz nach Angaben von Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ist die Zahl der Toten auf mindestens 40 gestiegen, 20 weitere seien schwer verletzt worden. Der „Terroranschlag“ sei „gut vorbereitet gewesen“. Die mutmaßlichen Angreifer seien nicht auf Terrorlisten gewesen.

07.14 Uhr: Der Moschee-Angriff im neuseeländischen Christchurch ist nach Angaben des australischen Regierungschefs Scott Morrison von einem rechtsextremen Australier verübt worden. Der Angriff sei von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen" verübt worden, sagte Morrison am Freitag. Dieser sei ein in Australien geborener Staatsbürger seines Landes.

Attentat in Neuseeland/Christchurch: Mehrere Verdächtige festgenommen

Update um 06.44 Uhr: Nach den Angriffen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind vier Verdächtige festgenommen worden. Es handele sich um drei Männer und eine Frau, sagte Polizeichef Mike Bush am Freitag. Bei den Angriffen habe es eine "bedeutende Zahl" an Todesopfern gegeben. An den Fahrzeugen der Angreifer seien Sprengsätze gefunden worden, die von der Armee entschärft worden seien.

Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Örtliche Medien berichteten von bis zu neun Todesopfern.

Wegen der Gefahrenlage hatte die Polizei für ganz Neuseeland dazu aufgerufen, keine Moschee zu betreten. Die Innenstadt von Christchurch wurde abgeriegelt, Schüler durften ihre Klassenräume nicht verlassen und alle Menschen in Christchurch wurden aufgerufen, nicht auf die Straße zu gehen. Später teilte die Polizei, die Abriegelung der Schulen in ganz Christchurch sei aufgehoben worden.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter warnte die neuseeländische Polizei, "extrem erschreckende Bilder" aus einer der angegriffenen Moscheen kursierten im Internet. Es handelte sich demnach um Bilder, die ein Angreifer selbst gefilmt hatte. Der weiße kurzhaarige Mann ist dabei zu sehen, wie er zu einer der Moscheen fährt und schließlich auf die versammelten Gläubigen feuert. Der Angreifer hatte den Film offenbar live im Internet übertragen. Die Polizei rief dazu auf, das Material nicht weiterzuverbreiten.

Ursprünglicher Artikel vom 15. März zum Attentat in Neuseeland/Christchurch

Christchurch – Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es mehrere Tote gegeben. Das bestätigte die Polizei am Freitag, ohne genaue Zahlen zu nennen. Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Die Lage war auch Stunden nach den ersten Schüssen noch unklar.

Neuseeländische Medien berichteten von mindestens neun Toten und Dutzenden Verletzten. Es gab aber auch Berichte über deutlich mehr Todesopfer.

Polizeisprecher Mike Bush berichtete von einer Festnahme. Unklar blieb zunächst, ob es sich dabei um den mutmaßlichen Täter handelt und auch, ob es Komplizen gibt. Christchurch hat 350 000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.

Neuseeland/Christchurch: Hinweise auf Videobotschaften des Täters im Internet

Die ersten Schüsse fielen nach Augenzeugenberichten gegen 13.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MEZ). In der Moschee waren demnach mehr als 300 Gläubige. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben. Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von dem Täter stammen. Zuverlässig überprüfen ließ sich das zunächst nicht.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der „dunkelsten Tage“ in der Geschichte ihres Landes. Für so etwas gebe es „keinen Platz in Neuseeland“. Zugleich sprach sie den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. „Neuseeland ist deren Heimat. Sie hätten sich hier sicher fühlen sollen.“

What has happened in Christchurch is an extraordinary act of unprecedented violence. It has no place in New Zealand. Many of those affected will be members of our migrant communities – New Zealand is their home – they are us.

— Jacinda Ardern (@jacindaardern) March 15, 2019

Die Lage war auch nach Stunden unklar. Polizeisprecher Bush sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer „sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen“. Zugleich appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zu Hause zu bleiben. „Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.“

Zur Festnahme sagte er: „Wir haben eine Person in Gewahrsam. Aber wir sind nicht sicher, ob es da noch andere Leute gibt.“ Die Stadt riegelte wegen der unklaren Lage alle staatlichen Gebäude ab. Neben Schulen wurden auch das Rathaus, die städtische Bücherei und Museen geschlossen. Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die Einwohner, die Innenstadt zu meiden. Sie sagte: „Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.“

dpa

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