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Mode made in Herrnsheim

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Christine Uhrig feiert das 30-jährige Bestehen ihrer Modelinie und eröffnet in der Hafergasse für vier Wochen einen Pop-up-Store.

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WORMS – „Ich bin klein und gemein – und flexibel.“ Christine Uhrig lacht, wenn sie das sagt. Die Modedesignerin steht in ihrem Laden in der Herrnsheimer Hauptstraße 52, ganz in Schwarz – aber in einem aufregenden Schwarz. Wer genau hinschaut, etwa auf ihre Bluse, erkennt die Details, die Mode mit Understatement von Massenware unterscheidet. Und bemerkt, dass es keine laute Kleidung braucht, um dennoch aufzufallen.

Stoffe inspirieren zu neuen Entwürfen

Die 57-Jährige meint mit „klein“, dass sie vor inzwischen 30 Jahren als selbstständige Modemacherin ihren eigenen Laden eröffnet hat – und dass sie deshalb feiert, dass sie vom 28. März an vier Wochen lang in einem „Pop-up-Store“ in der Hafergasse 2 ihre neue Kollektion präsentiert. Und mit „gemein“, dass sie weiß und auch sagt, was sie will, welche Prinzipien sie hat, was Mode soll, welche Materialen sie wählt, und auch, was sie niemals machen würde. „Flexibel“ ist klar: Sie kann dank eigener Ideen und Kollektionen spontan auf Kundenwünsche eingehen, Beliebtes noch einmal auflegen.

„Ich bin aber keine Schneiderei, in die man kommen und etwas fertigen lassen kann“, sagt sie. In jedem Jahr entwickelt sie Ideen für zwei Kollektionen mit bis zu 80 Teilen, die dann in den beiden Etagen über dem Geschäft, wo die Schnitte entstehen, die Stoffe lagern und die Näherinnen zugange sind, umgesetzt werden.

„Ich selbst lege kaum Hand an“, sagt Christine Uhrig – sie ist die Designerin, die entwirft, Ideen entwickelt, dafür sorgt, dass ihre Firma am Leben bleibt. Gleichzeitig ist sie auch Einzelhändlerin, sie steht ja auch in ihrem eigenen Laden.

Wie findet sie Inspiration, entwickelt Ideen für künftige Produktionen? „Ich lasse mich meist von Stoffen anregen, von Materialien, aber auch von Kunstwerken, auf Reisen von Menschen, die etwas Besonderes tragen.“ Ein kleines Büchlein mit Ideen und Skizzen hat sie dafür nicht, sagt die Geschäftsfrau, „ich fotografiere vieles mit dem Mobiltelefon, das ist mein Notizblock.“

Ideen umzusetzen, zu wissen, wie Erdachtes Realität werden kann, dazu hilft es auch, dass sie dereinst bei einem Herren-Maßschneider eine Lehre gemacht hat. Danach folgte bis 1989 die Ausbildung zur staatlich geprüften Modellmacherin mit Schwerpunkt Entwurf in Düsseldorf – und seither ist sie selbstständig. „Ich wusste das von Anfang an, und so habe ich hier angefangen mit zwei Nähmaschinen.“ Im schönen Haus in der Hauptstraße, in der eine rührige Hofgemeinschaft besteht mit „Koller Floristik & Dekoration“ sowie der Vinothek des Chateau Schembs.

Über die Jahre hat sie viele Stammkunden gewonnen, die die Entwürfe der 57-Jährigen mit ihrem Understatement, dem cleanen Chic schätzen – die aber auch zugreifen bei Floralem, bei Comics und Grafischem auf Blusen, Shirts oder Tuniken und Kleidern. Trends, gibt es die noch? „Ja“, sagt Uhrig, „Mode ist einem stetigem Wandel unterworfen.“ Sie arbeitet entlang dieser Linie, behält ihren Stil aber immer bei. Und berät ihre Kunden, aber nie so weit, dass sie jemandem etwas aufdrängt: „Man muss emphatisch sein, sehen und fühlen, was eine Frau will, die zu mir kommt.“

Empathisch, das ist Christine Uhrig. Sie freut sich auf das Abenteuer, anlässlich ihres Jubiläums zum ersten Mal ihren Laden zu verlassen und in die Stadt in ein Geschäft zu gehen, wenn auch nur zeitweise für ein „Pop up“. Sie freue sich besonders, dass dieser Zeitweise-Laden in der Hafergasse ist: „Das ist eine Einkaufsstraße in der Stadt, in der noch überwiegend inhabergeführte Läden sind, die mich übrigens herzlich aufgenommen haben, als ich von meinem Projekt erzählte.“ Denn nicht nur sie, sondern auch ihre Kollegen wissen: „Wer Einzelhändler ist, muss Aktionen machen, muss Eigeninitiative entwickeln, sonst geht es nicht.“

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