Wirtschaft

Henkell Freixent wollen Weltmarktanteil ausbauen

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Der nach dem Zusammenschluss führende Schaumwein-Hersteller Henkell Freixenet will seinen Weltmarktanteil bis zum Jahr 2025 auf zehn Prozent erhöhen.

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WIESBADEN – Henkell Freixenet wollen nach dem Zusammenschluss zum weltweit führenden Schaumwein-Hersteller auf Wachstumskurs gehen. Bis zum Jahr 2025 soll jede zehnte verkaufte Flasche Schaumwein aus dem deutsch-spanischen Unternehmen kommen. Das berichtete Andreas Brokemper, einer der beiden Geschäftsführer der Henkell-Freixenet-Gruppe, am Mittwoch in Wiesbaden. Bisher liege der gemeinsame Marktanteil rund um den Globus bei etwa 8,5 Prozent. Weltweit wachse der Markt jährlich um zwei Prozent. Der neue Weltmarktführer verkaufe 280 Millionen Flaschen Schaumwein und verfüge in den drei wichtigsten Kategorien Cava, Prosecco und Champagner über eine gute Position.

Brokemper rechnet nach dem Zusammenschluss nicht mit einem großen Jobabbau unter den zusammen 4000 Beschäftigten: „Da, wo Henkell schwach ist, ist Freixenet stark, und da, wo Henkell stark ist, ist Freixenet schwach.“ Die Spanier seien beispielsweise in Südamerika und Japan gut vertreten. Die Deutschen seien dagegen in Osteuropa und Australien besser aufgestellt. Während Freixenet die weltweit führende Cava-Marke vertreibt, steuert Henkell mit Mionetto den weltweit führenden Prosecco und mit Henkell Trocken den meistexportierten Sekt bei. „Die starken Marken werden wir weiter stärken. Darauf liegt unser Fokus“, betonte Pedro Ferrer, der zusammen mit Brokemper das Unternehmen führt.

Die jeweiligen Landesgesellschaften sollen zusammengelegt werden. Bereits im nächsten Jahr soll die Integration in den wichtigsten Märkten Deutschland, Nordeuropa, USA und Großbritannien abgeschlossen sein. Zehn Projektteams arbeiten derzeit an der Neuaufstellung des Unternehmens. „Wir wollen vor allem eine gemeinsame Vision entwickeln und beide Unternehmenskulturen auf einen Nenner bringen“, sagte Brokemper.

BILANZ

Henkell & Co. mit dem Hauptsitz in Wiesbaden hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um fünf Prozent auf 526,5 Millionen Euro beziehungsweise 702,0 Euro inklusive Verbrauchssteuern gesteigert. Gewinnzahlen teilt das zum Oetker-Konzern gehörende Unternehmen nicht mit. Freixenet hat laut spanischen Medien den Umsatz im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent auf insgesamt 535 Millionen Euro erhöht.

In Deutschland zieht die Freixenet Vertriebsgesellschaft von Mainz nach Wiesbaden. „Alle Beschäftigten sind übernommen worden“, betonte Brokemper. Für sie war es keine große Umstellung, da Freixenet erst vor zwei Jahren von Wiesbaden nach Mainz gezogen war. In Deutschland beschäftigt das neue Unternehmen rund 550 bis 600 Mitarbeiter. Spielraum für Preiserhöhungen sieht Brokemper nicht. Die EU-Kommission habe den Zusammenschluss schließlich daraufhin geprüft, ob damit Nachteile für Verbraucher verbunden sind. Rotkäppchen bleibe weiterhin mit Abstand Marktführer in Deutschland.

Verhandlungen über den Verkauf der Anteile an dem spanischen Schaumwein-Hersteller hatten sich über mehrere Jahre hingezogen. Erste Gespräche gab es bereits im Jahr 2014. Da sich aber 14 Familien-Eigentümer zusammenraufen mussten, die auch ein Vorkaufsrecht hatten, dauerte es bis zur grundsätzlichen Einigung im Jahr 2017 einige Zeit. „Ein Glück sind die Deutschen so hartnäckig geblieben und haben sich nicht beirren lassen“, meinte Pedro Ferrer. Amerikaner hätten die Gespräche längst abgebrochen. Henkell hat 50 Prozent der Anteile übernommen.

Das Geschäft in diesem Jahr ist bisher weltweit gut gelaufen. Ferrer spricht sogar von einem außerordentlich guten November. Alles kommt jetzt auf den Dezember an, der in Deutschland in diesem Jahr weniger Verkaufstage hat. Hierzulande wird Sekt immer noch anlassbezogen getrunken. Genau das will Brokemper ändern. Sekt soll wie Wein zu einem alltäglichen Getränk werden.

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