Wirtschaft

Evonik baut im Wormser Werk neuen Brunnen für eine Million Euro

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Fünf Brunnen gibt es bereits. Doch die sind 30 Jahre alt und nicht mehr so leistungsfähig. Deshalb wird jetzt eine sechste Anlage gebaut – das Wasser kommt aus 140 Meter Tiefe.

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WORMS – Im Prinzip macht Evonik derzeit nichts anderes als ein Haus- oder Gartenbesitzer, der sich einen Brunnen bohrt: tiefes Loch graben, Filter und Rohr rein, Pumpe anschließen, fertig.

Die Betonung liegt auf „im Prinzip“. Denn die Dimensionen machen die doch gewaltigen Unterschiede deutlich. Evonik investiert in seinen neuen Tiefbrunnen, der gerade auf einem kleinen, eingezäunten Teil auf dem Werksparkplatz an der Straße „Im Pfaffenwinkel“ gebaut wird, etwas mehr als eine Million Euro. Die Erkundungsbohrung ging 170 Meter in die Tiefe, das Grundwasser wird das Chemieunternehmen künftig aus etwa 140 Metern holen. Man könnte also locker die beiden mächtigen, 125 Meter hohen Werksschornsteine im Bohrloch komplett verschwinden lassen. Theoretisch. Und natürlich reicht zum Betreiben dieses Tiefbrunnens auch kein Pumpschwengel oder eine kleine Motorpumpe, sondern da muss ausgefeilte Technik zum Einsatz kommen.

„Wir haben derzeit bereits fünf Tiefbrunnen auf unserem Werksgelände in Betrieb“, erläutert Rüdiger Jagla, Chef der Ver- und Entsorgung im Unternehmen. „Das ist jetzt unser sechster.“ Weil die bestehenden Brunnen bereits 30 Jahre im Betrieb sind, haben sich die Löcher in Filter und Rohren zunehmend verstopft, weshalb die Leistungsfähigkeit gelitten hat. „Wenn der neue Brunnen in Betrieb ist, gibt uns das die Möglichkeit, unsere alten nach und nach zu ertüchtigen“, erklärt Jagla.

Unterm Strich werde die zusätzliche Anlage nicht dazu führen, dass Evonik mehr Wasser fördert. „Wir brauchen mehrere hundert Kubikmeter pro Stunde. Die erlaubten Fördermengen sind mit der Genehmigungsbehörde SGD-Süd abgestimmt und begrenzt.“ Auch den Brunnenbau habe man bei der Behörde beantragt.

Ein Großteil des Brunnenwassers muss aufbereitet werden, indem es komplett von Salzen befreit wird, ehe es im Werk zum Einsatz kommt. Die Verwendung ist vielfältig: als Produktbestandteil beispielsweise bei Dispersionsfarben, als Energieträger für mit Dampf betriebene Maschinen, zum Spülen und Reinigen sowie zum Kühlen. Zum Kühlen verwendet Evonik auch Rheinwasser. Das Brunnenwasser, das eine gleichbleibende Temperatur von 14 Grad hat, kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn sich im Sommer das Rheinwasser zu stark erwärmt hat.

Jagla und sein zuständiger Bauleiter Num Nguyen hoffen, den neuen Brunnen bis Mai in Betrieb nehmen zu können. Baubeginn war im Sommer 2018. Auf der Baustelle sitzt bereits das Brunnenrohr, auch die Anschlüsse sind gelegt. Demnächst wird das bereits auf dem Gelände bereitstehende Brunnenhäuschen auf die Brunnenanlage gesetzt. Dann muss noch die Technik eingebaut werden.

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